|
|
|
Siwwe Schröhm Erklärungsversuch eines "Zugezogenen" "Siwwe Schröhm","Sibbe Schrähm","Siwwe Schrähm","Sibbe Schräm","Sebbe Schröhm (in Mechernich)" oder "Sibbe Schröm" oder so ähnlich heißt übersetzt aus dem Eifeler Platt "Sieben Striche". Über den Namen dieses Spiels und seine Schreibweise gehen in der Region die Auffassungen weit auseinander. Doch hier wie woanders sind Namen Schall und Rauch, jeder Eifeler weiß, was mit diesen Worten gemeint ist. Es handelt sich jedenfalls um ein Kartenspiel (französisches Blatt), das ich bisher nur in der Eifel und in Teilen des angrenzenden Rheinlandes kennen gelernt habe. Es wird hierzulande ähnlich leidenschaftlich wie das Skatspiel gepflegt. Sucht man nach Regeln, etwa im Internet unter den einschlägigen Begriffen, was ja schon ein Problem für die Suchmaschinen ist, erscheint zumindest bei mir "cannot find" oder "not found", also Fehlanzeige. Offensichtlich hat sich noch niemand so recht die Mühe gemacht, die vielfältigen Spielregeln dieses Kartenspiels, das in der Eifel sicherlich schon über viele Generationen hinweg gepflegt wird, einmal aufzuschreiben. Die Regeln variieren leicht von Ort zu Ort und von Tal zu Tal, so dass es tunlich ist, sich über eine verbindliche Variante vor Spielbeginn zu verständigen. Eine Oberste Instanz für allgemein verbindliche Regeln oder gar ein Schiedsgericht, wie etwa Altenburg für das Skatspiel, sucht man vergebens. Die Regeln werden vom Vater zum Sohn und zum Enkel weitergegeben. Es spielen übrigens auch Frauen und belegen bei Turnieren häufig die vorderen Plätze!! Warum das so ist, weiß niemand eigentlich so recht. Vielleicht hat das etwas mit der Intuition zu tun, die dieses Spiel erfordert und die beim zarten Geschlecht allenthalben etwas ausgeprägter zu sein scheint. Gespielt wird in unserer Region in zwei Varianten, ich nenne sie mal das Ur - Siwweschräm, auch Eifelpoker genannt, und die Variante für die Zugezogenen. Der Name Siwwe Schröhm bedeutet also "Sieben Striche" und erklärt sich aus der Art der Anschreibung der Spiele beim Original-Ur - Siwwe Schräm, bei dem der Verlierer je nach Wert des Spiels bis zu Sieben Striche angeschrieben bekommt. Wer als erster sieben Striche auf seinem Konto hat, hat die Partie oder, wenn man um zwei Hälften spielt, eine Hälfte verloren und scheidet aus. Die übrigen Mitspieler spielen so lange weiter, bis nur noch ein Mitspieler übrig bleibt, der die Partie dann insgesamt gewonnen hat. Da ich selbst erst vor einigen Jahren berufsbedingt hierher gezogen bin, beginne ich der Einfachheit halber erst mal mit der Variante: Siwwe Schröhm für Zugezogene
Wir spielen das Spiel hier in zwei
Hälften, das heißt nachdem der erste Verlierer feststeht, beginnen wir von vorn. Der
Verlierer der zweiten Partie (2. Hälfte) kommt dann mit dem Verlierer der ersten Partie
in das Entscheidungsspiel (Jeder 8 Karten, 16 Karten in den Stock). Verliert ein Spieler
beide Hälften, hat er das gesamte Spiel mit dem Verlust auch der zweiten Hälfte
verloren.
Siwwe Schröhm (das Original) Grundregeln
Klopfen
Stechen
Soviel erst einmal zum Grundgerüst dieses strategischen Glücksspiels. Es gehört viel Erfahrung und Fingerspitzengefühl zum Spiel. Durch Klopfen kann man bluffen und seine Mitspieler zum Aussteigen bewegen. Nicht alle Fragen können an dieser Stelle beantwortet werden. Hier in der Region wird dieses Spiel auch in Turnieren gespielt, bei denen wertvolle Preise zu gewinnen sind. Achten Sie auf die Veröffentlichungen in der lokalen Presse. Das größte Turnier mit mehreren hundert Spielern findet alljährlich im Mekka des "Siwwe Schröhm" Spiels, in Ulmen (Rheinland - Pfalz) statt. Mit dieser Seite wollte ich einfach Mal einen Anfang machen, dieses wunderbare und interessante Kartenspiel über die Grenzen der Region hinweg bekannt zu machen. Vielleicht kann ich damit zum Erhalt einer altehrwürdigen Eifeler Tradition beitragen (als Zugezogener!!!). Eine alte Tradition, die auch in Königsfeld noch intensiv gepflegt wird, ist das "Naujahrskaranz-Auskarten". Alljährlich an Silvester trifft man sich zum Siwwe-Schröhm Spiel im Dorfkrug. Der Gewinner einer jeden Partie erhält vom Verlierer jeweils einen Neujahrskranz. Bei glücklichem Spielverlauf konnte so mancher Siwwe-Schröhm Spezialist am Ende eines solchen Tages die gewonnenen Kränze kaum transportieren. Klar, dass dann die halbe Verwandtschaft oder das halbe Dorf von ihm mit Neujahrskränzen versorgt wird. Und hier noch einige wichtige , unerlässliche Siwwe Schröhm Weisheiten: De Ääfeler kütt blinn up de Welt un luhrt no 10 daach durch en 10 cm Ächediehl. Deutsch: Der Eifeler kommt blind auf die Welt und kann nach 10 Tagen durch eine 10 cm dicke Eichenbohle hindurch sehen. De Upp is en Kuh wert. Deusch: Das Aufspiel ist eine Kuh wert (Die Kuh steht hier für einen wertvollen Vermögensgegenstand in der Eifel). Om Disch jonn se kaputt. Wer bis zuletzt seine hohen Kartenwerte schont, um vielleicht den letzten Stich zu machen kann leicht enttäuscht werden, weil der Gegenspieler am Ende die von ihm gehaltene Farbe nicht mehr hat. Se sein all do för ze jewinne. Die Gewinnchancen hängen nicht nur von den höchsten Karten ab, sondern auf die letzte Karte kommt es an. Man braucht also zum gewinnen nicht unbedingt nur hohe Kartenwerte. Daher auch der Spruch: Et End träht de Last oder De letzte Kuh bescheisst de Stall.
Regeln zu 7 Schröhm mit 4 Karten - Das Original -
|
|
Schlachtfest auf dem Gerhardshof 2005 Siwwe Schröhm Brüder Dädemich auf Tour
|