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Bella Italia 2004 ein Erlebnisbericht.
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Gestartet sind wir am Nachmittag des 1.
Mai von Frankfurt Hahn mit Ryanair nach Forli bei Bologna. Die Leistungen dieses
Billigfliegers sind von
A-Z perfekt. Der Preis von 29,99 Euro zzgl. Gebühren war sensationell.
Daneben haben wir das von Ryanair angebotene Kombiangebot: Mietwagen von Hertz ab Forli angenommen. Doch wir waren nicht alleine und die beiden etwas umständlich erscheinenden Mitarbeiter von Hertz am Flughafen Forli waren mit dem Andrang der Kunden erst einmal hoffnungslos überfordert. Schon hier also mussten wir uns von den geordneten deutschen Verhältnissen verabschieden uns und wurde nachhaltig klar, wir waren im Urlaub in Italien. Wäre das unsere erste Italienreise gewesen, alle Vorurteile eines Deutschen über dieses doch so schöne Land wären von diesen beiden Hertz-Leuten unfreiwillig bestätigt worden. Nach einer geschlagenen Stunde in stiller Geduld waren wir dann an der Reihe. Man händigte uns die Schlüssel für einen Nissan Micra aus, den ein deutscher Kunde zuvor allerdings bereits lautstark abgelehnt hatte. Dennoch nahmen wir ihn in Augenschein und es stellte sich heraus, der Wagen war total verschmutzt, zerkratzt und beschädigt. Der rechte Außenspiegel fehlte ganz. Also zurück zu Hertz und den nur schlecht englisch sprechenden beiden "Hertz-chen" klar gemacht, dass auch wir nicht bereit sind, diesen Trümmerhaufen für 14 Tage zu nutzen. Die Antwort der Hertzchen war zunächst einfach. Es sei kein anderes Auto der von uns gebuchten Kategorie da, also dieses Auto oder keines. Unsere gesamte Reiseplanung kam ob dieses "Entgegenkommens", das ich von keinem anderen Autovermieter der Welt bisher kannte, ins Wanken. Aber nach langem Hin und Her erklärten sich die beiden kundenfeindlichen "Profis" schließlich doch gnädigst bereit, uns zum Preis eines Opel Cotrsa einen Ford Mondeo zu überlassen. Es bedurfte aber schon langer und teils heftiger Diskussionen und subtiler Drohungen mit der Hertz-Zentrale unsererseits, bis wir dieses Ergebnis erzielt hatten. Italien fing also nach perfektem Flug für uns "gut" und spannend an. Durch einen wahnsinnigen Verkehr
kämpften wir uns anschließend durch die Schar der verkappten, italienischen Feiertagsrennfahrer die 80
Kilometer nach Misano Adriatico über die Landstraße, der ersten Station unserer
Reise. Die früher von uns gerne besuchte Pensione Cecilia war zwischenzeitlich
in anderen Händen, aber wir bekamen hier am Abend noch ein Quartier, sagten
unseren alten Freunden,
Am Montag brachen wir dann auf zu unserer über ca. 1100 km langen Tour in Richtung Süden. Der Weg führte uns über die Via Adriatico, die im Bereich der Städte viel befahrene SS 16 hinunter bis zum landschaftlich atemberaubend schönen Gargano, den Sporn am italienischen Stiefel, den wir genüsslich umrundeten. Da auch hier die Saison noch nicht begonnen hat, gestaltete sich die Suche nach einem Hotelzimmer doch recht schwierig, obwohl wir schon ab etwa 15.00 Uhr nach einem Bett Ausschau hielten. Gegen 19.30 Uhr wurden wir schließlich in Trani, kurz vor Bari fündig. Das *** Hotel Riviera, mehrmals in der Stadt ausgeschildert, bot uns zu zivilen Preisen ein wunderbares Zimmer mit Hafenblick und einem für italienische Verhältnisse üppigen Frühstück. Gut gestärkt setzten wir am anderen Tag
unsere Reise auf der Autobahn über Taranto, die Küstenstraße entlang Richtung
Kalabrien fort. Durch die große Sila schwang sich die Autobahn kühn in Richtung
Süden und am frühen Nachmittag erreichten wir Tropea. Das in Deutschland
viel beworbene "All inclusive Hotel Rocca Nettuno" erschien uns mit 90,00
Euro / Person und Nacht zu teuer und so
fanden wir schließlich im ebenfalls "All inclusive" einige Kilometer außerhalb
der Stadt gelegenen Schwesternhotel Rocca Tropea eine Bleibe zu Preisen, die
mit 58 Euro /N/P unseren Vorstellungen schon eher entsprachen.
Das Wetter in Kalabrien war die ersten Tage durchwachsen. Der Tag begann nicht selten mit starken Regenfällen und heftigem Wind, der sich teilweise zum Sturm auswuchs. Für uns, die wir über ein eigenes Auto verfügten, stellte dies alles kein Problem dar, nutzten wir doch die wettermäßig weniger schönen Teile der Tage zu ausgedehnten Ausflügen in den Süden und ins landschaftlich überaus reizvolle Hinterland. Die Abende im Hotel erwiesen sich trotz der schwerwiegenden Mängel im Management dank des unterhaltsamen und belastbaren, internationalen Publikums als sehr kurzweilig und lustig. Man saß quasi im gleichen Boot und uns verband der Ärger über den deutschen Manager, der sich zu keinerlei Einsicht in sein Fehlverhalten bereit fand, aber genügend Gesprächsstoff für die Gäste bot. Bei der polizeilichen Abwicklung eines Hotelzimmerdiebstahls bei zwei französischen Gästen zeigte sich vollends die Unprofessionalität und Wurstigkeit des Managements, das anfangs glaubte, den Diebstahl eines wertvollen Handys und einer Fotokamera aus dem Hotelzimmer (zwei Koffer wurden im Zimmer zu diesem Zweck kurzerhand aufgebrochen) mit einer Flasche Wein bei den Gästen ungeschehen machen zu können. Das angeblich langjährig zuverlässige Personal konnte nach der Aussage des Chefs aus dem verschlossenen Zimmer nichts gestohlen haben (die Anlage war in der ersten Saison in Betrieb), was jeder Logik Hohn sprach. Die geschädigten französischen Gäste fühlten sich in dieser Situation schlicht verarscht. Das Zimmer war nicht aufgebrochen worden, also konnte man nur mit einem Zimmerschlüssel an die Sachen kommen oder das Reinigungspersonal hat absichtlich oder unabsichtlich die Zimmertür nicht wieder verschlossen. Auch wir mussten am zweiten Tag die Praxis des Zimmermädchens reklamieren, das Zimmer nach getaner Arbeit nicht abzuschließen. So war es ein Leichtes, den Schließriegel einfach aufzuschieben und ins Zimmer zu gelangen. Nach dieser Reklamation klappte das Abschließen, sicherheitshalber nahmen wir uns aber dann doch noch für 2 Euro / tag einen Safe für unsere Papiere. Am zweiten Tag nach der Tat, am ersten Tag hatte der Chef plötzlich keine Zeit und etwas besseres zu tun, stellte dann das Hotel eine "Dolmetscherin" für die nicht deutsch oder französisch sprechenden Carabinieri zur Verfügung, die aber ihrerseits kein italienisch sprechen konnte. Sie arbeitete an der Hotelrezeption, sprach Deutsch und gab sich bei der Polizei als zufälliger Hotelgast aus. Seltsam, dieses Gebaren !!?? Das jedenfalls hätte sich das Management also nach Auffassung der geschädigten Gäste schlicht auch sparen können. Im Prospekt der Pauschalurlauber des Hauses war von einer Poolbar die Rede, die aber in der ersten Woche unseres Aufenthaltes noch im Bau war und der zur Bar umfunktionierte Raum neben dem Speisesaal hatte eher den Charme einer Autogarage, war sie doch für die Vielzahl der Gäste viel zu klein und viel zu laut. Das Sonnenbad am Pool war dann durch den Baulärm für die Poolbar beeinträchtigt und wollte man etwas zu trinken, konnte man, einer Gemse gleich, im Bedarfsfalle mehrmals täglich die 200 m zur Bar empor klimmen. Es war alles in allem jedenfalls gerade für uns ältere Gäste nicht gerade einfach, an die durch das All inclusive Arrangement ja bereits im Voraus bezahlten Getränke zu kommen. Das schien die Managementmethode zu sein. Jedenfalls hatte keiner der Gäste den Eindruck, dass es diesem deutschstämmigen Zeitgenossen tatsächlich an irgendeiner Stelle darum gegangen sein könnte, seinen Gästen hier das Wohlgefühl eines verdienten Urlaubs zu vermitteln. Auf die vielen berechtigten Beschwerden der Gäste reagierte der "Managerfürst" einmal gar mit der Empfehlung, wenn die Gäste etwas anderes wollten, müssten sie eben 5 Sterne buchen. Bei Pauschalreisepreisen von teilweise mehr als 599 Euro / Woche / Person auch für Süditalien meiner Meinung nach keine angemessene Reaktion. Schade, dass wir die Auseinandersetzungen der Gäste mit ihren Reiseveranstaltern nicht weiter verfolgen können. Die wenigsten Gäste aber werden sich das alles gefallen lassen. Den Beschwerden abzuhelfen wäre ein leichtes gewesen. Man hätte aus unserer Sicht doch nur auch während der Essenszeiten die Bar offen halten sollen (Personal war mehr als genug vorhanden) und den Gästen auch während der zweistündigen Essenszeit einen Kaffee anbieten sollen. Der war schließlich über "All inclusive" auch im Voraus von uns allen sicherlich mehr als bereits bezahlt. Der Gipfel der Unverschämtheit trat
dann aber ein, als die Poolbar in der zweiten Woche fertig gestellt war und die
erste Bar kurzerhand ganz geschlossen wurde.
Da unsere Tage an diesem ungastlichen Ort von vornherein gezählt waren und wir mobil genug waren, konnte all das unserem Urlaubsvergnügen keinen Abbruch tun und wir machten wir gute Mine zu diesem doch seltsamen Spiel. Wir genossen die Tage in Tropea und
machten uns am Donnerstag wieder auf den Weg in Richtung Norden. Um unser
Besichtigungsprogramm auch tatsächlich zu schaffen, nahmen wir für den Rückweg
die im Süden bis kurz vor Bari kostenfreie Autobahn. Nachdem wir am frühen Nachmittag
noch Friedrich dem II in Castel del Monte einen Besuch abgestattet hatten,
Die zweite Etappe, die 500 km nach Misano spulten wir dann in einem guten halben Tag über die Autostrada ab, um uns am Abend wieder mit unseren italienischen Freunden in Misano zu treffen. Familie Fabri hat sich ab dieser Saison um das familiär geführte "Hotel Adria" in der Via d'Annunzi erweitert. Die Familie von Maria hat am Strand den Spaggio Bruno ebenfalls nach Süden hin erweitern können und Familie Tamburini, unsere Gastgeber aus vergangenen Jahren in der Pensione Cecilia, erwartete uns am Abend mit einem wunderbaren Fischmenü. So ging eine interessante, genussreiche Italienreise am 15. Mai in Forli für uns zu Ende. So problemlos uns Ryanair in den Süden gebracht hatte, so problemlos wurden wir am Abend nach ca. 1,5 stündigem Flug wieder "auf dem Hahn" abgeliefert und nach einer knappen Autostunde über die A 61 hatte uns am frühen Abend unsere ebenfalls geliebte Eifel wieder.
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