Ägypten 2005

Hurghada - El Gouna
"Unsere längsten 22 Kilometer in Ägypten"
Wir
haben von Sonntag
Abend bis
Donnerstag Nachmittag,
also geschlagene vier Tage gebraucht,
um vom Flughafen Hurghada aus unseren gebuchten Bestimmungsort,
das 22 Kilometer
entfernte Hotel Steigenberger Golf Resort in El Gouna
zu erreichen.
Der Reihe nach:
Nachdem das Gepäck in dem für vier Personen viel zu kleinen
Toyota-Fahrzeug mit vereinten Kräften verstaut ist, fahren wir vom hell erleuchteten
Flughafengelände auf eine sehr breite, uns aber unbekannte, dunkle Straße.
Nach einigen Kilometern mache ich Ashraf darauf aufmerksam, dass sich
der Fahrer verfahren haben müsse. Wir sind nicht auf dem Weg nach El Gouna. El Gouna liegt im Norden Hurghadas.Das Rote Meer, das man von der
Straße aus anhand der Beleuchtung der Uferpromenade erahnen konnte, hätte also rechts von uns sein müssen. Das Meer aber,
soviel können wir in der Dunkelheit ausmachen, befindet linker Hand von uns. Also
fahren wir in entgegen gesetzter Richtung nach Süden. Nach wenigen Kilometern
mache ich dem Spuk ein Ende. Ich fordere Ashraf unmissverständlich auf, uns
auf der Stelle nach El Gouna zu bringen und zeige ihm unser Hotelvoucher. Auf dem
steht eindeutig das
Steigenberger Golf Resort als unser gebuchtes Hotel. Ashraf erklärt uns mit
blumigen, gebrochen herausgewürgten englischen Worten, er habe Order, uns nach Hurghada in
das Desert Rose Hotel
zu bringen.
Um 24.00 Uhr können wir schließlich ein Zimmer
beziehen. Wir haben wenigstens ein Dach über dem Kopf und ein Bett. Das für diesen Abend vorgesehene Abendessen für die gebuchte
Halbpension ist hinfällig geworden. Wir sind beide fix und fertig, Edith
zittert am ganzen Leib vor Aufregung und wir versprechen uns gegenseitig, aus
dieser Situation nun das Beste zu machen.Die Ankündigung, der Repräsentant von TP
würde sich um 10.00 Uhr telefonisch mit uns in Verbindung setzen, bleibt, wie all
unsere anderen arabischen Wunschträume, natürlich unerfüllt. Um 10.45 Uhr hat
noch niemand angerufen. Nein, so ernsthaft habe ich nach diesem Auftakt auch nicht damit
gerechnet, dass nunmehr so etwas klappen sollte.
Uns wurde immer klarer, dass wir hier irgendwie einem Betrug aufgesessen sind,
den es jetzt in aller Ruhe zu dokumentieren und aufzuklären gilt.
Jetzt setze ich also erst einmal das während der
Wartezeit bereits verfasste Telefax an TP nach Köln in die Zentrale ab. Hier vor Ort gibt es ja niemanden, bei dem wir die
mangelhaften Leistungen unseres
Reisevertragspartners reklamieren könnten, wie es das Deutsche Reiserecht
zur Sicherung der Ansprüche verlangt. Hier haben wir nur diese lumpige, elitäre Telefonnummer, keine
Adresse, nichts. Allenfalls Ansprechpartner, die in größerem Umfang bei
Ihrem Englischunterricht in der Schule gefehlt haben müssen.
In diesem Fax schildern wir nun unsere Situation nach Köln und fordern unmißverständlich bei Androhung aller erdenklichen rechtlichen und strafrechtlichen Konsequenzen, umgehend im Steigenberger untergebracht zu werden.
In einem weiteren Anruf bei der Fa. Elite um
11.00 Uhr, mahne ich den seit über einer Stunde überfälligen Anruf des TP Repräsentanten an.
Mein neuer Mann von Elite am anderen Ende der Leitung aber weiß über gar nichts
Bescheid. Weder der Nachfahre des Propheten, der mit seiner Prophezeiung
hinsichtlich der Kontaktaufnahme unseres TP Reiseagenten völlig
versagt hat, noch Ashraf waren erreichbar. Kannte der die überhaupt?
Ich schildere also dem neuen, noch unverbrauchten Mann kurz unsere Situation,
nämlich dass wir das Steigenberger Golf Resort in El Gouna
gebucht und bezahlt hätten und nun im Desert Rose gestrandet seien. Ich teile
ihm mit, dass wir nun bis 10.45 Uhr auf den versprochenen Anruf des TP Mannes gewartet haben, nun
aber auch keine Neigung verspüren, den
ganzen Tag am Telefon auf einen vagen Anruf warten zu wollen. Wir bieten an, am Abend um
19.00 Uhr für TP in der Lobby des Desert Rose höchstpersönlich zur Verfügung zu stehen.
Wir nutzen den Rest des Tages, um uns einen
Überblick zu verschaffen, wo wir denn die nächsten zwei Wochen nach den
Vorstellungen unserer örtlichen, elitären Partner verbringen sollten.
Abgesehen davon, dass das Hotel anders als das von uns gebuchte, über keinen
18 Loch Golfplatz verfügt, vermissen wir doch zumindest den geheizten Swimming Pool. Die
drei
vorhandenen, großzügigen Pools haben eine Temperatur von 16 °C und sind zum Baden allenfalls
für russische Eisschwimmer richtig temperiert. Gleiches gilt für das Meer, das
eine Temperatur von 19 ° bei heftigem, kalten nordöstlichem Wind aufweist. Es
kann also auch nicht von einem bevorstehenden Badeurlaub die Rede sein. Es wird uns nichts
anderes übrig bleiben, als die zwei Wochen bis zu unserem Rückflug am 13.3. hier
einfach abzusitzen.
Das Hotel ist zu etwa 25 % belegt, was
sich hinsichtlich der Inanspruchnahme der Einrichtungen im Restaurant, den
Liegen etc. als vorteilhaft erweist. Allerdings besteht die Kundschaft hier zu
weit über 90 % aus russisch sprechenden Mitmenschen, wogegen zunächst
einmal nichts einzuwenden ist. Es sind nicht die trunksüchtigen, wilden Horden, wie man
sie aus Reiseberichten über "All inklusiv Hotels" kennt. Vielmehr scheinen sie aus
dem zivilisierteren Teil des ehemaligen Zarenreiches zu kommen. Sie sind
allesamt
ordentlich gekleidet und vergleichsweise zurückhaltend beim Essen und Trinken.
Wir
verbringen also den Tag auf der Liege. Gegen Nachmittag entschließen wir uns
dann, erst einmal die Einkaufsmöglichkeiten außerhalb des Hotels zu erkunden. Es
gibt eine größere Ladenzeile auf der gegenüberliegenden Seite der großen
Durchgangsstraße, wo es von Touristenschnickschnack über Zigaretten und Getränken
doch so einiges für den Reisebedarf zu kaufen gibt. Bis wir unsere Flasche Wasser
und die Flasche Cola light erstanden , haben wir sicherlich 30 Mal die
Frage beantwortet, wo wir herkämen, ob wir Deutsche seien, ob es uns gut gehe.
Ebenso oft haben wir dankend die obligatorische Einladung abgelehnt, uns doch im
jeweiligen Laden etwas umzuschauen. Nein, wir brauchen wirklich kein Papyrus,
keine Alabaster Sphinx und keine Djalabia, nein danke, auch keinen Schmuck oder
Malventee.
Hier also haben wir genau die allgegenwärtige Anmache, die wir auf gar keinen Fall wollen und die es in El Gouna nicht gibt.
Um dem allem noch die Krone aufzusetzen,
entschließen wir uns kurzerhand noch mit dem Sammeltaxi nach Hurghada Zentrum zu
fahren. Vor Antritt der Fahrt werde ich mit dem Fahrer über den Fahrpreis von 10 LE
für zwei Personen einig. Auf der Fahrt entgehen wir im Rahmen eines
halsbrecherischen Überholmanövers nur knapp dem
Zusammenstoß mit einem anderen Sammeltaxi. Die Fahrer dieser wieselflinken
Dieselbusse verstehen sich allesamt
offensichtlich als kleine, verkappte Formel 1 Piloten, ohne jedoch wirklich über
deren Fähigkeiten zu verfügen. Die übrigen mitfahrenden Gäste überwiegend
ägyptischen Ursprungs nehmen diesen Wink Allah's mit dem nahen Paradies erstaunlich gelassen. Als wir
am Grand Hotel in Hurghada aussteigen, bezahle ich mit einem 20 LE Schein. Das erscheint dem
Fahrer genug und er schickt sich an, weiterfahren. Ich bin allerdings nicht bereit, nun einen 100 %
Aufschlag zu bezahlen, der sich allenfalls damit begründen ließe, dass uns der
Fahrer mit seiner bravourösen Reaktion noch nicht endgültig ins Paradies
entführt hat.
Ich erinnere ihn also überdeutlich an den vereinbarten Fahrpreis von 10 LE und nachdrücklich daran, dass ich
noch 10 LE von ihm zurück
bekomme. Diese europäische Kleinlichkeit erscheint dem Fahrer wohl schon fast beleidigend. Widerwillig zählte er mir dann erst einmal 8 LE in kleinster Stückelung
in die Hand und macht dann erneut Schluss. Nachdem ich dann auch noch die letzten 2 LE
erkämpfe, fährt er weiter.
Nein, ob und wie viel Trinkgeld ich gebe, bestimme ich und nicht er.
Wir bummeln ein wenig durch eine kleine
Einkaufsmall gegenüber dem Grand Hotel, trinken einen Kaffee und
beobachten interessiert die unbeschwerte, hier überwiegend deutsche
Touristenschar. Im Nachhinein betrachtet ist es dieser
Aufenthalt in Hurghada Stadt eigentlich gar nicht wert gewesen, unser Leben in
dem ägyptischen
Sammeltaxi aufs Spiel zu setzen. Die Rückfahrt verläuft, abgesehen von einem
ähnlichen Spielchen um den Fahrpreis, unspektakulär. Der ursprünglich verlangte
Fahrpreis von 20 LE für die Rückfahrt wird problemlos auf 10 LE
heruntergehandelt. Dieser Preis enthält sicherlich noch einen erheblichen
"Ungläubigenzuschlag", den der ägyptische Mensch sicher nicht zahlt.
Bezahlt wird am Ende der Fahrt mit dem zuvor vom Taxikollegen verfügbar
gemachten Kleingeldschrott.
Am
Abend finden wir uns natürlich pünktlich um 19.00 Uhr in der Lobby ein. Es
erscheint erwartungsgemäß niemand, weder von TP noch jemand von Elite. Ebenso wenig
ist eine Nachricht für uns
hinterlegt. Unsere Enttäuschung darüber hält sich in Grenzen, denn eigentlich
haben wir auch gar nichts anderes mehr erwartet.
Wir duschen, nehmen unseren Sundowner und
gehen zum Essen in den jetzt mit Tischdecken ausstaffierten und aufgepeppten
Speisesaal. Damit mutierte das Desert Rose äußerlich nun schon zu einem besserem Hotel aus. Das Essen ist
genießbar, wenn auch nicht umwerfend.
Unser Veranstalter und sein
örtlicher Agent scheinen nun mit uns ein Katz und Maus Spielchen zu spielen und
tauchen im Unterwasserparadies Hurghada erst einmal einfach ab.
Wir
geben für heute erst einmal resigniert auf.
So
jedenfalls hatten wir uns unseren Urlaub
wahrhaftig nicht vorgestellt. Das Schlimme und Ärgerliche an dieser Situation ist, dass
nicht mehr wir über die Gestaltung unseres Urlaubs bestimmen
sollen, sondern ein gewisser Mohammed, der Nachfahre des Propheten und die
bis dahin untätige Fa. TP in Köln.
Ihnen scheinen wir nun hilflos ausgeliefert,
sie scheinen die Spielregeln festzusetzen.
Der Tag begrüßt uns mit einem milchig
verschleierten Himmel. Wenigstens der starke Wind vom Vortag hat sich
gelegt. Widerwillig und verunsichert schreiten wir zum Frühstück.
Was wird uns dieser Tag bringen?
Nach dem Frühstück verbringen wir den halben Tag am Strand, der eigentlich kein richtiger Strand ist. Das Ufer zum Meer fällt steil ab und ist mit dicken Wackersteinen befestigt. Nur ein kleines Stückchen Sandstrand von etwa 5 Metern Breite, mit grobem Sand und Kies bedeckt, eröffnet den ungehinderten Zugang ins Wasser. Hier also kann man problemlos in das knöcheltiefe Wasser gelangen. Der gesamte Bereich hier aber ist so flach, dass auch nach hundert Metern im Wasser die Leute noch bis zur Hüfte aus dem Wasser ragen.
Gegen Mittag hat dann die Sonne ihr Tagewerk an uns vollendet und uns die ersten kleinen Brandbläschen zugefügt. Wir ziehen ins Landesinnere auf die Liegen am Pool um, in die Nähe unseres Zimmers.
Gegen 17.00 Uhr gehen wir dann in unser
Zimmer, öffnen wie immer ganz vorsichtig die Tür in der Hoffnung, es gäbe doch
irgendeine Nachricht für uns.
Aber es gibt gar nichts, über das wir uns
hätten freuen können.
Nach dem Duschen lassen wir uns auf unserem winzigen Balkon nieder, beobachten unsere russischen Mitgäste, wie sie so langsam vom Strand kommen, ihr gebuchtes Hotel genießen und trinken unseren Sundowner. Plötzlich klopft es an unserer Tür, bemerkt meine Frau, die direkt an der Balkontür sitzt. Ich selbst hätte es noch nicht einmal gehört.
Sie kommt mit einem großen, weißen Umschlag zurück,
auf dem in großen Ziffern unsere Zimmer Nummer 204 prangt. Tatsächlich, das erlösende Fax aus Köln
ist da. Inhalt: Spätestens am Donnerstag sollen wir ins
Steigenberger oder ein anderes 5 * Hotel in El Gouna umquartiert werden. Der
Geschäftsführer persönlich aus Köln will sich darum kümmern. Das ist
es. Uns steht die Freude über diese Nachricht feucht ins Gesicht geschrieben.
Wir mögen im zweiten Moment das alles gar nicht
glauben.
Bei aller Skepsis, wir beide sind jetzt erst einmal ungeheuer erleichtert und
unendlich glücklich.
Das nächste Fax nach Köln in dieser Sache, das ich bereits an diesen Abend zum Versand für den kommenden Tag vorbereitet habe, bleibt unverschickt und wird erst einmal ein ungeschriebener Teil dieser Geschichte sein.
Heiter entspannt gehen wir zum Abendessen, doch ohne richtig Hunger zu haben. Wir verbringen eine weitere, relativ unruhige Nacht in diesem ungeliebten Hotel.
Das Wetter wird immer besser. Auch heute, strahlender Sonnenschein und weiter ansteigende Temperaturen. Die erste Tageshälfte nach dem Frühstück verbringen wir an der Lagune, wo die viel zu laute Musik der Animateure tierisch nervt. Gegen Mittag ist das Kasperle-Theater Animation und damit auch die Hipp-Hopp Musik zu Ende. Nun übernehmen die allgegenwärtigen Hotellautsprecher mit etwas dezenterer, aber immer noch viel zu lauter Musik das Kommando über die gesamte Hotelanlage und kämpfen gegen den Baulärm der benachbarten Großbaustelle, allerdings mit wenig Erfolg, an.
Gegen 13.00 Uhr ziehen wir wieder um an den Pool, um den restlichen Teil des Tages hier im Schatten unter Palmen zu verbringen. Irgendwie müssen wir noch einen Versorgungsgang machen, denn unsere Zigaretten und das Cola Light gehen zur Neige.
Dass wir bis zum Abendessen noch keine weiteren Informationen zum Gang unserer bevorstehenden Umquartierung kennen, beunruhigt uns nicht weiter. Wir genießen das Abendessen in der sicheren Erwartung, dass sich ja nun spätestens am morgigen Donnerstag etwas tun muss.
Gegen 21.00 Uhr schließlich klingelt das Telefon. Unser "Ashraf" von Elite ist in der Leitung und teilt uns in verheerendem Englisch mit, er würde uns am nächsten Tag um 15.00 Uhr im Hotel abholen. Auf meine Frage, wohin er uns denn bringen wolle, antwortet er, zum Flughafen nach Hurghada. Nun klingeln bei mir sofort wieder alle Alarmglocken. Ich erwidere cool, diesen Weg könne er sich sparen. Wir werden auf keinen Fall mit ihm zum Flughafen fahren. Er ist nun hörbar konsterniert und verspricht, in fünf Minuten wieder anzurufen. Er müsse erst noch einmal mit seinem Chef Mohamed sprechen. Er kann sicher überhaupt nicht verstehen, warum wir für seine angebotene Erlösung nicht in unendlicher Dankbarkeit versinken. Erneut steigen finstere Gedanken in uns beiden hoch, die sich bis zur Angst steigern, wir könnten wegen all des Durcheinanders, den wir hier bislang verursacht haben, auch einfach entführt werden.
Jedenfalls sind wir uns einig, vor dem 13.3. fahren wir nicht zum Flughafen.
Nach weiteren 10 Minuten ruft der
Unglücksrabe Ashraf tatsächlich wieder an und sagt: "Morgen um 15.00 Uhr spielen wir Golf."
Ich frage ihn, was das denn nun wieder zu bedeuten hätte. Er sagt, er habe den Auftrag,
uns nach El Gouna zu bringen. Ich fragte, in welches Hotel? Er stammelt,
irgend etwas mit St..., denn er kann den Namen Steigenberger offensichtlich
immer noch nicht fehlerfrei aussprechen, obwohl er ihn von mir unzählige Male in
den verschiedensten Tonlagen gehört hatte. Ashraf ist in dieser Situation also weit entfernt vom
"elitären Profi" der Fa. Elite. Ich hake nach: ins Steigenberger Golf Resort? Ja,
Steigenberger. O.k. sage ich, morgen um 15.00 Uhr.
Jetzt sind wir aber erst
einmal wieder völlig irritiert. War das eine Finte? Was ist, wenn wir erst
einmal aus diesem Hotel draußen sind und im Steigenberger keiner von irgendetwas
etwas weiß? Stehen wir dann ganz und gar auf der Straße oder gar in der Wüste?
Also, das muss geklärt werden und zwar sofort.
Wir gehen zur Rezeption, wo der freundliche junge Mann Dienst hat, der uns bereits am Abend unserer Ankunft in Empfang genommen und den ganzen Ärger über unsere Fehl- und Umleitungen mitbekommen hat. Ich bitte ihn, uns mit dem Steigenberger El Gouna zu verbinden. Dort müsste man nun ja wissen, ob Zimmer für uns reserviert und natürlich auch bezahlt sind. Nach nur wenigen Minuten habe ich das Steigenberger in der Leitung, kann mich aber meinem Gegenüber in Englisch offensichtlich doch nicht so richtig verständlich machen. Nun übernimmt der Mann an der Rezeption auf arabisch das Gespräch und siehe da, für uns ist tatsächlich im Steigenberger für 10 Nächte ein Doppelzimmer reserviert.
Es scheint nun endlich doch tatsächlich alles in Ordnung zu gehen.
So richtig beruhigt sind wir aber nach
all unseren bisherigen Erlebnissen im Land der Propheten, Sphinx und Pharaonen immer
noch nicht und lesen beide in unseren Büchern bis spät in die Nacht. Was sollte
dieses Intermezzo mit der Fahrt zum Flughafen am Donnerstag?
Wir können alles
erst so richtig glauben, wenn wir tatsächlich am Donnerstag in El Gouna, im
Steigenberger eingetroffen sind.
Mit diesen Gedanken schlafen wir
ein und verbringen schließlich doch noch eine relativ gute Nacht.
Endlich: Am Ziel unserer Träume, El Gouna
Wir haben
beide gut geschlafen. Nach dem Frühstück beginnt Edith die Koffer zu packen. Die
Zeit bis zu unserer Abreise wollen wir noch am Pool verbringen. Für den Fall,
dass wir tatsächlich, wie hier üblich das Zimmer bis 12.00 Uhr räumen müssen,
sind wir vorbereitet. Jedenfalls ginge dann aber auch ein weiterer halber
Urlaubstag wegen dieses Umzuges für uns verloren. Das kostet !
Wir haben uns um diesen Punkt aber einfach gar
nicht gekümmert und unserem Zimmerboy am Morgen nur gesagt, er brauche heute nicht zu
putzen, wir würden ausziehen und danach könne er das Zimmer ja sauber machen. Wir verbringen
den Vormittag am Pool und gehen gegen 13.45 Uhr auf
unser Zimmer. Geduscht und gepackt ist flott und um 14.30 Uhr bewegen wir uns
in Richtung Lobby. Hier erwartet uns tatsächlich bereits ein etwas zerknirscht
dreinschauender Ashraf.
Zunächst wollen wir noch unsere
Getränkerechnung bezahlen. Der aufmerksame Mensch an der Rezeption erzählt uns
dabei ganz beflissen, dass vor ca. 10 Minuten ein Boss von TP aus Köln eingetroffen sei.
Er sei jetzt mit einem Ägypter, wahrscheinlich dem Nachfahren des Proheten, beim
Essen und würde um 15.00 Uhr kommen. Wir trinken einen
Kaffee und es wird 15.00 Uhr und es kommt niemand. Also fragen wir Ashraf, was denn nun sei? Er sagt,
der TP Boss aus Köln würde zu uns ins Steigenberger kommen. Wenn ich aber darauf
bestünde, würde er anrufen und fragen, ob wir ihn sprechen könnten. Ich meine,
es ist besser, wir würden direkt mit ihm sprechen. Dann aber, so wurde uns
nach einem kurzen Telefonat ausgerichtet, müssen wir noch eine weitere halbe bis
ganze Stunde hier warten. Da wir das
nicht wollen und mich diese Arroganz schon wieder auf die Palme zu bringen
droht, lassen
wir uns nach El Gouna fahren. Auf der Fahrt stellt sich heraus, dass sich weder
der Fahrer noch Ashraf hier überhaupt auskennen. Auf uns macht es den Eindruck,
als würden sie zum ersten Mal in ihrem nicht allzu jungen Leben von Hurghada nach El Gouna
fahren. Es geht hin und her, vor und zurück, bis sie endlich die angeblich richtige
Straße an Hurghada vorbei durch die Wüste finden. Unsere Befürchtung,
nun vielleicht doch noch entführt oder mitten in der Wüste abgesetzt zu werden
weicht erst, als wir tatsächlich die ersten Gebäude und die freistehende Moschee von El Gouna wieder
erkennen.
Am Kontrollposten eingangs El Gouna fragt
der Fahrer nach dem Steigenberger, sicheres Zeichen für uns, dass beide zuvor
niemals hier gewesen sein können. Nach einigem Suchen finden wir dann tatsächlich
das Steigenberger. Hier werden wir herzlich willkommen geheißen von der
kleinen Sächsin an der Rezeption, die ich vom Dialekt her zunächst nach Hessen
verfrachtet hätte.
Der Gepäckboy wird gerufen und begrüßt uns sofort mit: Welcome Home again.
Er erinnert sich sofort, dass wir auch im vergangenen Jahr bereits hier gewesen
sind. Wir sind einfach sprachlos. Nun also, nach 4 Tagen sind wir an unserem eigentlichen Reiseziel,
dem Steigenberger Golf Resort in El Gouna. Das Haus hat sein Versprechen wahr gemacht
und uns ein Zimmer im Erdgeschoss direkt am Swimming Pool gegeben, wie von mir
in meiner e-mail vorab gewünscht. Direkt daneben das Restaurant und die Lobby,
also kürzeste Wege. Ein wunderbar großes Zimmer mit einer großzügigen Terrasse,
einem Riesenbadezimmer und zwei begehbaren Schränken. Flott ist alles an Ort und
Stelle eingeräumt.
Unser Urlaub kann hier und jetzt beginnen.
Gegen 18.00 Uhr erscheint tatsächlich
der smarte Geschäftsführer von TP aus Köln mit einem ganzen Strauß von
Entschuldigungen und Erklärungen. Angeblich war die Überweisung der
Unterbringungskosten von TP an Steigenberger, mit der ein neuer Mitarbeiter in
Köln betraut war, schief gelaufen. Das Geld kam aus Ägypten zurück, der
Mitarbeiter war krank, keiner hat gemerkt, dass die Zimmer nicht bezahlt waren.
Jedenfalls hat Steigenberger kurzerhand unsere
Zimmerbuchung storniert.
Wir hören uns alles geduldig schweigend an und präsentieren am Ende schlicht unsere
Forderung in Höhe von 400 € cash für den ganzen Ärger auf den Tisch des Hauses. Nach
kurzer Überlegung bietet TP 300 € an und wir beendeten mit der Barzahlung dieses
Betrages die ganze Diskussion. Schließlich sind wir in einem arabischen Land,
Handeln macht Spaß. Ein kurzer schriftlicher Vergleich wird
aufgesetzt, von beiden Seiten unterschrieben. Thema erledigt. Die drei Bier
gehen auf TP.
Dieses unrühmliche und aufregende Kapitel ist damit für alle Seiten zufrieden
stellend beendet.
Wir genießen das wunderschöne Abendessen und sinken todmüde aber glücklich in die Betten.
Der
morgendliche Himmel über El Gouna ist milchig weiß und es weht ein kühler,
heftiger Westwind. Gemütlich machen wir uns auf zu unserem üppigen Frühstück auf
der Terrasse und nachdem das nach gut 2 Stunden absolviert ist, begeben wir uns
auf unsere Liegen am Pool. Der Himmel hat sich zwischenzeitlich aufgeklart und die
Sonne kann unsere Körper ungehindert braten. Allerdings zerrt der heftige
Wind den ganzen Tag lang an unserem schweren Sonnenschirm, so dass wir Sorge haben, er
würde umfallen und uns oder unsere Liegennachbarn erschlagen. Ein schöner Tod? Gegen 15.00 Uhr
gehen wir dann unter die Dusche, denn Downtown El Gouna ist für heute Nachmittag
noch angesagt. Wir
fahren mit dem Bus an die Marina und Edith kann hier das letzte von 2
Zigarettenetuis aus Stoff für sich sichern.
Nach diesem Kauf geht es zurück ins Städtchen in den Supermarkt, wo wir unseren Vorrat an LM und Cola aufstocken. Hier stellen wir fest, dass es die gleichen Zigaretten, die wir geglaubt hatten, in Hurghada mit 60 LE schon günstig eingekauft zu haben, für schlappe 47,40 LE gibt. Also haben wir in Hurghada einfach einmal wieder den "Ungäubigenzuschlag" zuviel bezahlt. Unser jetziger Verkäufer hier ist koptischer Christ, ob das etwas zu sagen hat? Eher nicht. Handeln macht Spaß, ist ein arabischer Spruch und man muss wissen, dass es für den moslemischen Menschen offensichtlich einen verschwindend geringen Unrechtsgehalt hat, einen vermeintlichen Christenmenschen übers Ohr zu hauen. Diese kleinen Unregelmäßigkeiten versperren ihm sicherlich nicht nachhaltig den Weg ins Paradies seinen unendlich vielen Jungfrauen.
Gegen 18.30 Uhr sind wir zurück und
genießen den Abend am spanischen Büffet. Neben einigen kleineren Spezialitäten,
wie einer leckeren Fischsuppe und mit Kräutern überbackenem Baguette schlemmen
wir Paella mit Tintenfischsalat. Danach gibt es eine exzellente Lammkeule mit Safranreis. Zum
Schluss noch was Süßes und eine gute Tasse Kaffee.
So klingt auch dieser Tag als
unser erster richtiger und kompletter Steigenberger-Tag wunderschön aus.
Gegen 7.00 Uhr ist die Nacht um, nachdem wir am Abend zuvor ja mit den Hühnern schlafen gingen. Ein Morgenzigarettchen auf der Terrasse und dann mache ich mich zu einem etwa einstündigen Spaziergang um die Lagune auf. Die Sonne scheint und der heftige Wind versucht hartnäckig, die letzten Schleierwolken der Nacht in die Wüste zu treiben.
Von der gegenüberliegenden Seite der Lagune macht das Steigenberger schon einen gewaltigen Eindruck, einfach auch vom Baustil her ein schönes Hotel, das sich perfekt in die Lagunenlandschaft einpasst.
Wieder zurück im Zimmer ist auch Edith wieder unter den Lebenden angekommen und wir genießen gemeinsam das opulente Frühstück auf der Terrasse unter der immer stärker werdenden Sonne.
Dann ist einmal mehr Sonnenbaden am Pool angesagt. Gegen 15.00 Uhr reicht es und wir gönnen unserer strapazierten Haut eine Erholungspause. Mit dem Shuttle Bus geht es noch einmal nach Downtown, ein wenig Shopping, nichts Großes, nur die kleinen Dinge unseres täglichen Bedarfs. Eine kleine Abwechslung.
Sonntag dem 6.3.2005 und Montag den 7.3.2005
Auch der
Sonntag und der Montag sind geprägt von süßem Nichtstun. Wir genießen einfach
das gute Essen, die angenehmen Temperaturen der Luft und im Pool. Lesen und
Dösen ist angesagt.
Pünktlich wie vereinbart kommt auch der
Geschäftsführer von TP am Montag Morgen noch einmal ins Hotel und führt uns den neuen
Gästebetreuer vor Ort vor. Elite ist gefeuert. Nach ein wenig Small Talk und
einem Cappuccino entlasse ich die beiden wieder, damit sie ihren sicherlich
wichtigeren Geschäften in Ägypten nachgehen können. Damit ist auch in dieser
Beziehung zum Reiseveranstalter alles in Ordnung, wir haben was wir wollen.
Das Steigenberger als optimale Unterkunft; in der es uns an nichts fehlt und
herrlichstes Wetter.
Wie mit Frank bereits in Deutschland vereinbart, habe ich mein Handy seit Montag auf Empfang und tatsächlich rumort das Teil beim Frühstück mit einer SMS los, in der Frank und Manuela ihren Besuch bei uns im Steigenberger ankündigen. Ich versuche sofort zurück zu rufen, aber irgendwie schafft das ägyptische Telefonnetz mit meinem Provider O 2 das nicht, Frank auf seinem Handy, nur wenige Kilometer südlich von uns, zu erreichen. Auch diese kleinen Unzulänglichkeiten machen, in der richtigen Umgebung den Charme eines Aufenthalts in diesem arabischen Land aus. Erfolgreich bin ich am Ende damit, Frank über das Festnetz des Hotels an die Strippe zu bekommen und ihm kurz zu erklären, wie die beiden es schaffen können, uns hier von Hurghada aus in weniger als 4 Tagen per Bus zu erreichen.
Wir liegen noch nicht lange am Pool, da
tauchen
die beiden auf. Sie sind mit einem Taxibus direkt ins Steigenberger vor
die Tür gekommen, haben allerdings für ägyptische Verhältnisse ein Vermögen
dafür gezahlt und sind, wie sich später herausstellt, beim Bezahlen
auch noch um rd. 100 LE vom Fahrer betrogen worden.
Handeln macht Spaß, siehe
oben !!
Nichtsdestotrotz verbringen wir zunächst
einmal ein paar schöne Stunden im Hotel und auf der Golfanlage. Am frühen
Nachmittag machen wir uns auf, mit dem Boot nach Downtown zu fahren.
Allerdings fällt das Shuttle Boot aus für uns unerklärlichen Gründen an
diesem Nachmittag schlicht ersatzlos aus, so dass wir nach über einer langen
Stunde des Wartens dann doch den Bus in die Stadt nehmen. Der Charme der
Unzulänglichkeit Ägyptens.
Don't worry, be happy.
Wir schlendern an der Marina
entlang, bewundern die schweren Pötte aus aller Herren Länder, die hier
vertäut liegen und nehmen am Ende des Hafens an der Ausfahrt zum offenen Roten
Meer unseren Sundowner, Sakara Gold.
Gegen 17.00 Uhr schickt die Sonne sich an, hinter den Wüstenbergen schlafen zu gehen. Nun heißt es auch für uns, Abschied von Frank und Manuela zu nehmen. Wir setzen die beiden in den El Gouna Bus, der sie für 5 LE nach Hurghada bringen wird. Dort noch einmal umsteigen und sie sind in ihrem Hotel. So geht für uns alle ein etwas anderer, aber nicht minder schöner Urlaubstag zu Ende.
Irgendwie hat sich schon am Vorabend ein Wetterumschwung angekündigt. Jedenfalls kommt in der Nacht ein Wind auf, der nun dickere Wolken bringt. Gegen die anzukommen, hat die Sonne am Morgen ihre liebe Not. Unseren ursprünglichen Plan, den heutigen Tag an der Mangroven Beach des Hotels zu verbringen, geben wir einfach wegen des Wetters auf, denn es ist einfach zu frisch und zu windig für den Strand. Gegen Mittag hat es die Sonne dann aber doch für einige Stunden geschafft, die Wolken beiseite zu schieben. Gegen 15.00 Uhr ist es mit der Sonnenherrlichkeit wieder vorbei, der Wind wird wieder stärker und es wird wesentlich kühler. Wir ziehen uns in die Gemächer zurück.
Gegen 18.00 Uhr kommt vereinbarungsgemäß der Anruf unseres neuen Reiseagenten von Dynasty Travel, der uns die weiteren Details unserer Rückreise telefonisch erläutert. Anschließend begeben wir uns zum Dinner. Heute ist ein Deutsch-Schweizerisches Buffet angesagt. Neben der Gulasch- und einer Art Käsesuppe sind Reibekuchen, Leberkäse, Spätzle und allerlei andere bekannte Speisen auf dem Plan. Herrlich auch wieder das Dessert Buffet mit lauter leckeren Sachen.
Auf dem Rückweg ins Zimmer bemerken wir, dass das Wetter nun doch total umzuschlagen scheint. Es ist merklich kühler geworden und der Wind hat kräftig zugelegt.
Als wir uns gegen 6.00 Uhr zum ersten Mal auf die Terrasse hinaus wagen, sehen wir den kräftigen Nordwestwind an den Palmen rütteln. Der lausig kalte Wind pfeift durch die verwinkelte Anlage und der Himmel ist wieder einmal mit milchig weißen Wolken zugezogen. Es scheint also erst einmal vorbei zu sein mit dem frühsommerlichen Badewetter.
Um
irgendwie über die Zeit zu kommen, nehmen wir einen zweiten Anlauf, mit dem
Shuttle Boot Downtown zu fahren und siehe da, dieses Mal klappt es. Nach einem
kleinen Stadtbummel hat es gegen Mittag auch die Sonne geschafft, die
hochfliegenden Wolken aufzuzehren. Den Rest besorgt der immer noch stramme
Nordwestwind. Es klart also so weit auf, dass die zweite Tageshälfte auf der
Liege kein nicht zu bestehendes Abenteuer mehr ist. So wird also auch dieser Tag nach
dem etwas verunglückten Start am Morgen doch noch ganz schön.
Der Tag klingt am Abend mit einem französischen Buffet aus. Zwiebelsuppe, Coque au vin mit Kartoffelgratin und ein üppiges Nachtischbuffet bilden den kulinarischen Abschluss dieses Tages.
Der nächtliche Sturm in der Nacht hat die grauen Wolken komplett vertrieben und ein klarer, südlicher Sternenhimmel wölbt sich über El Gouna. Der Wind hat merklich nachgelassen, ohne aber ganz eingeschlafen zu sein. Nun liegt es an der Sonne, das abgekühlte Land wieder aufzuheizen. Konnte man es am Anfang des Tages auf der Liege nur mit einem leichten T-Shirt aushalten, so ist dieses wärmende Kleidungsstück gegen Mittag überflüssig geworden. Die Sonne scheint wunderbar und ungehindert von einem strahlend blauen Himmel und der Wind hat sich zu einer, wenn auch teils böigen Brise, abgeschwächt.
Am späten Nachmittag fahren wir dann mit
dem Shuttle Bus noch einmal ins Städtchen, um die letzten Einkäufe vor der
Abreise zu erledigen. Dann geht es zurück zu einem wunderbaren Buffet unter dem
Motto:
"Marokko bittet zu Tisch."
Auf dem Weg zurück ins Zimmer stellen wir erneut fest, dass die Temperaturen bei weiter auffrischendem Wind an diesem Abend doch wieder ziemlich in den Keller gegangen sind.
Strahlend blau wölbt sich der
Himmel an diesem Morgen über der Küste des Roten Meeres, kein Wölkchen stört den
Sonnenstern aber der Wind bläst weiter konstant aus Richtung Westen. Nach dem
Frühstück hat sich die Sonne so weit über den
Horizont geschoben, dass sie merklich beginnt, die Luft aufzuwärmen. Allerdings
dauert das seine Zeit. Während Edith es sich auf der Liege am Pool gemütlich
macht, ziehe ich mich auf die Terrasse an der Lobby zurück, um hier in aller Ruhe
die restlichen Arbeiten in Sachen Reisetagebuch am Laptop zu erledigen. Mit den
steigenden Temperaturen finden auch die zahllosen Mücken ihren Weg auf die
windgeschützte Lobbyterrasse und zu mir. Schnell belagern sie alle
möglichen und unmöglichen Stellen meines Körpers und bald habe ich nicht mehr
genug Hände, um gleichzeitig Mücken abzuwehren und die Tastatur des Laptop zu
bedienen. So
ergebe ich mich bald kampflos der Mückenschar und verziehe mich auf die
Liege am Pool. Nach dem obligatorischen Mittags-Cappuccino an der Lagoon Bar macht
sich Edith zu einem Rundgang um die Lagune auf und kommt mit einer respektablen
Muschelsammlung zurück. Gegen 14.00 Uhr schwimme ich meine letzten Runden hier
und verziehe mich dann auf das Zimmer, bevor mich der Wind vollständig
ausgekühlt hat.
So also klingt dieser letzte Sonnentag
allmählich aus, der gleichzeitig unser letzter Urlaubstag in El Gouna sein soll. Am späten Nachmittag heißt es dann Koffer packen.
Als Dinner wartet am Abend noch ein
ausgedehntes Barbeque auf uns. Dann heißt es Abschied nehmen von El Gouna und
dem Steigenberger Golf Resort.
Erstaunlich, wie weit wir die anfänglichen Schwierigkeiten mit unserem diesjährigen Urlaub mit all seinen Irrungen und Wirrungen bereits nach diesen 10 Tagen hier im Steigenberger verdrängt haben.
Für 5.30 Uhr ist Wecken angesagt. Die Koffer stehen weitestgehend gepackt bereit. Nach kurzer Morgentoilette sind wir bereit, um 6.45 Uhr von Dynasty Travel zum Flughafen Hurghada abgeholt zu werden. Überpünktlich kommt der dienstbare Geist von Travel Dynasty und holt uns ab. In rascher Fahrt geht es dann eine dreiviertel Stunde durch die Wüste zum Flughafen. Die Eincheckformalitäten sind rasch absolviert und fast pünktlich heben wir in Richtung Norden ab . Bei heftigem Gegenwind von über 200 km/h schieb sich unsere Boeing 747/800 über Kairo - Alexandria - Athen - die Adria und Italien in Richtung Norden über das teilweise noch tief verschneite Deutschland. Nach reichlich 5 Stunden Flug erreichen wir Köln. Der Rest mit Flughafenbus und Zug nach Sinzig ist Routine. Gegen 16.30 Uhr hat uns Königsfeld wieder.
Eine interessante, teils aufregende und doch unter dem Strich sehr schöne Reise geht zu Ende.