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Südafrika
Vom 25. Oktober bis 26. November 2010
Nach 7 Jahren Abstinenz von Südafrika haben wir uns in Abstimmung mit unseren südafrikanischen Freunden entschlossen, diesem für uns schönsten Ende der Welt erneut einen Besuch abzustatten. Bereits im Juli ging es in die konkrete Planung. Dieses Mal sollte auch Edith’s Wunsch Berücksichtigung finden, einmal mit Emirates Airline zu fliegen. Und tatsächlich stellte ich bei einem Preisvergleich fest, dass Emirates preislich für den Flug nach Kapstadt eher im unteren Segment angesiedelt war. Aus der Tatsache, dass es kein Direktflug sein würde machten wir dann aber auch noch etwas Positives. KLM, British Airways waren zwar geringfügig billiger, dafür gingen aber auch deren Flüge nicht nur über Amsterdam bzw. London, sondern in Südafrika auch noch über Johannesburg. Dort waren also zwei Zwischenlandungen zu absolvieren, während Emirates mit einer Zwischenlandung in Dubai auskam. Das war also für unsere Bedürfnisse das optimale Angebot, zumal wir dann auch noch die Möglichkeit eines Zwischenaufenthaltes in Dubai auf dem Rückflug wahr nahmen. Ferner war es nach unseren Erfahrungen und Reiseplänen im Land unabdingbar, dass wir wie bei der letzten Reise im Jahre 2003 einen Mietwagen für die gesamte Dauer des Aufenthaltes zur Verfügung hatten. Unsere guten Erfahrungen mit Budget Südafrika gestaltete die Suche sehr konzentriert. Dabei stellte sich heraus, dass die Anmietung des Wagens über den deutschen Afrikaspezialisten Iwanowski (www.afrika.de) um ca. 30 % günstiger war, als wenn wir den Wagen unmittelbar bei Budget in Kapstadt angemietet hätten. Buchung, Buchungsbestätigung und Bezahlung mir Iwanowski waren professionell perfekt abgewickelt. Am Montag den 25. 10. ging es also los. Von Sinzig mit der Bahn nach Frankfurt/Flughafen. Das Bahnticket war im Flugticket von Emirates enthalten und konnte auch mit dem gelieferten Buchungscode problemlos am Fahrkartenautomaten in Sinzig gelöst werden. Das war aber dann auch schon ziemlich alles, was mit der Bahn an diesem Tag geklappt hat. Umsteigen in den IC nach Frankfurt in Koblenz am selben Bahnsteig war nach dem Fahrplan innerhalb von 5 Minuten vorgesehen. Kaum standen wir am Bahnsteig in Koblenz bereit zum einsteigen kam die erste Meldung. Der IC verspätet sich um wenige Minuten. Aus den wenigen Minuten wurden dann 15, 30 und 45 Minuten. Gut dass wir rechtzeitig von zuhause losgefahren sind. Der von uns eingeplante, mehrstündige Zeitpuffer wurde von der Deutschen Bahn gnadenlos ausgereizt. Und auch dieses Mal hat sich wie so oft gezeigt, dass es innerhalb der Bahn ein katastrophales Informationsdefizit gibt. Mit einstündiger Verspätung kamen wir also in Frankfurt an. Der Rest der Reise zu unserer ersten Station in Dubai verlief dann allerdings planmäßig. Unsere Emirates Maschine startete auf die Minute pünktlich um 22.40 Uhr und landete ebenso pünktlich am Morgen in Dubai. Die Umsteigezeit betrug 2 Stunden. Bequem haben wir also unsere Maschine nach Kapstadt erreicht und nach weiteren 9 Stunden landeten wir wiederum auf die Minute pünktlich um 17.00 Uhr auf dem zur Fußballweltmeisterschaft perfekt modernisierten Flughafen in Kapstadt. Die Übernahme unseres Toyotas von Budget direkt am Flughafen war ebenfalls unproblematisch. Ein feines, fast neues Auto mit 6000 km auf dem Tacho. Nun hatte ich Zeit, mich auf den ersten 40 km nach Muizenberg an den in Südafrika herrschenden Linksverkehr zu gewöhnen. Kein Problem, auch wenn wir mitten in der Rushhour im Verkehr mitschwammen. Um 19.00 Uhr nahmen uns George und Andries in der Sea View Road in Empfang. George’s Haus hatten wir wie zuvor für uns alleine. Für 21. 00 Uhr waren wir dann gleich zum Dinner bei seinem Nachbarn und Freund Andries geladen. Ein schöner Beginn unseres Aufenthaltes in Kapstadt/Muizenberg. Am nächsten Tag machten wir dann schon mal unseren ersten Ausflug ans Kap der guten Hoffnung. Die Straße an der Küste entlang war wenig befahren, als uns eine größere Pavianherde entgegen kam. In ihrer Nähe liefen zwei Nationalpark Ranger in Uniform mit langen Stöcken. Dieses Bild wollte ich direkt für unseren Reisebericht fotografisch festgehalten haben. Aber zum Fotografieren kam ich gar nicht. Kaum war ich ausgestiegen und hatte meine Kamera ausgepackt rief einer der Ranger: Lock the car, lock the car. Ich stieg sofort wieder ein und bis ich begriffen hatte, um was es da ging, hatte auch schon ein großer Pavian die hintere Türe des Wagens aufgerissen und stieg ein. Nach einem kleinen Rundgang über die hintere Ablage nahm er aufrecht sitzend auf dem Rücksitz Platz. Wir beide wagten uns nicht zu bewegen bis die Ranger ans Auto gelaufen kamen, die beiden hinteren Türen aufmachten und das Tier mit dem Stock wieder hinaus komplimentierten. Als wir wieder aus unserer Schockstarre erwachten, war der Spuk vorbei und wir wussten nicht, ob wir darüber wirklich lachen sollten. Der Rest dieses Ausflugs verlief aber dann auch wie der Rest der Reise völlig problemlos. Wir besuchten Kapstadt Downtown und einen Tag die Waterfront. Einen Tag widmeten wir dem Botanischen Garten in Kirstenbosch. Dann kam auch schon der Tag unseres Aufbruchs in die kleine Karoowüste. Voll gepackt mit festem und flüssigem Proviant fuhren wir mit zwei Autos über Franschhook und Stellenbosch durch das Weinland nach Montagou, dem Tor zur Karoo. Auf Piets Schaffarm war unser erstes, von den beiden Einheimischen vorgebuchtes Quartier. Self Catering (Selbstverpflegung) unterwegs und auf der Farm war angesagt. Für uns eine neue Erfahrung, den ein großer Teil unserer Zeit war auch den täglichen Einkäufen zu widmen. Mittags zum Lunch gab es belegte Brote und ein Gläschen Wein in Gottes freier Natur an einsamen Plätzen. Abends gab sich Andries dann seinen Kochkünsten hin und zauberte herrliche, schmackhafte und für uns teils exotische Menüs. Am nächsten Tag ging es dann weiter in die Karoo hinein. Atemberaubende Landschaften, teils sehr karg, wechselten sich mit urbaren Landstrichen ab. Vieh-, Schaf- und Straßenzucht waren die dominierenden landwirtschaftlichen Betätigungsfelder in dieser extrem dünn besiedelten Region Südafrikas. Die nächste Station waren ein paar Tage auf der Wilgemond Farm , die eigentlich gar keinem Ort zugeordnet werden konnte. Vom Eingangstor der Farm zu den Farmhäusern waren es ca. 10 km unbefestigte Straße. Um auf der andren Seite am anderen Tag wieder aus der Farm heraus zu kommen, lagen weitere 10 km unbefestigte Straßen. Unsere Unterkunft auf der Farm im Herrenhaus war hochherrschaftlich. Wir vier hatten das Herrenhaus ganz für uns alleine und konnten uns überall frei bewegen. Wirklich alles sehr schön. Ebenso unsere Ausflüge in die Region. Insbesondere die Fahrt auf die Höhe des Swartberg Passes war ein besonderes Erlebnis. Über eine Stunde ging es da teils sehr steil auf der engen, unbefestigten Passstraße hinauf auf die Passhöhe. Oben angekommen war die Welt für normale Fahrzeuge zu Ende. Entschädigt wurden wir für diese kleine Zitterpartie mit einem wunderschönen Rundumblick in ein unendlich weit erscheinendes Land, das völlig unbewohnt schien. Es gab aber auch nichts, von dem Menschen dort oben hätten leben können. Rötlich braune Steine und Felsformationen, so weit das Auge reicht. Grün, Fehlanzeige. Im kleinen Städtchen Prince Albert aber wurden wir dann wieder mit einer üppigen Flora entschädigt. Die nächste Etappe führte uns dann zurück ans Meer nach Kleinbaay, wo Andries ein Haus in der ersten Reihe am Meer besaß. Hier residierten wir ein paar Tage, bevor wir weiter ins nur 50 km entfernte Hermanus reisten. In Hermanus bezogen wir wieder unsere Berghütte im Himmel und Erde Tal, wo wir schon 2003 ein paar Tage verbrachten. Hier war ein Familientreffen mit George’s Familie arrangiert worden. Von den 5 Häusern, die auf diesem 86 ha großen Areal verstreut lagen, gehörten mittlerweile vier dem Hill / Beyers Clan und auf das letzte Haus gab es bereits eine Erwerbsoption. Mit ausgezeichnetem Essen und Trinken verbrachten wir die Hermanustage genüsslich mit George’s Familie, bevor wir gemeinsam wieder nach Kapstadt aufbrachen. Hier verbrachten wir ein paar Tage damit, uns ein wenig zu entspannen und unsere Klamotten wieder in Ordnung zu bringen. Nach drei Tagen drückte uns Andries die Schlüssel für das Haus in Kleinbaay in die Hand und wir konnten dort für die nächsten 10 Tage unseren Erholungsurlaub verbringen. Das großzügige Haus liegt direkt über dem Felsenstrand von Kleinbaay in einem neu erschlossenen Baugebiet. Die wenigen dort bereits errichteten Villen waren zur Zweit unseres Besuchs unbewohnt. Ihre Eigentümer kommen in der Regel erst im Sommer für ein paar Wochen, um hier Urlaub zu machen. Den Rest des Jahres stehen diese Häuser weitestgehend leer. Die Gegend hier, kurz vor dem südlichsten Punkt des afrikanischen Kontinents ist touristisch nicht erschlossen. Sie empfiehlt sich zunehmender Beliebtheit bei Ruheständlern, die hier teils in geschlossenen Wohnanlagen in Ruhe und Abgeschiedenheit ihren Lebensabend verbringen. Ein Reiz dieser Gegend ist die weitestgehend unberührte Natur an der Walker Bay und die Nähe zum Fremdenverkehrszentrum Hermanus. Und natürlich verdankt Kleinbaay seine Berühmtheit als Ortsteil von Gansbaay dem Cagediving (Käfigtauchen) zum weißen Hai. Ca. 10 km vor der Küste Kleinbaays liegt eine kleine Inselgruppe, die große Seehundkolonien beherbergen. Seehunde sind die Lieblingsspeise des legendären weißen Hais. Hier hinaus fahren Boote mit Stahlkäfigen, in denen Sporttaucher dem weißen Hai ganz nahe sein können. Und so kommen sie, die Taucher aus der ganzen Welt, um sich diesen Kick zu holen. Wir aber konnten ein ganz anderes Wunder der Natur hier täglich genießen. In diesen Küstenabschnitt Südafrikas kommen nämlich jedes Jahr von August bis November die Wale aus dem Südpolarmeer, um ihre Jungen zur Welt zu bringen. Sie zogen jeden Morgen und jeden Abend dicht an Land vor unsrem Haus vorbei und konnten bequem von unserer Terrasse aus beobachtet werden. Und wenn wir nicht Wale beobachteten machten wir unsere Besorgungen im Shopping Center von Gansbaay oder erkundeten die Umgebung. Ausflüge nach Hermanus, Stanford, Napir, Bredasdorp und Elim standen so auf der Tagesordnung. Hier also verbrachten wir herrliche Tage bis wir am letzten Wochenende dann wieder zurück nach Kapstadt mussten. Dieses Mal nahmen wir den Weg durchs Landesinnere über Stellenbosch und Paarl, die letzten Höhepunkte unserer Südafrikareise 2010. Viel hat sich getan seit unserem letzten Besuch in 2003. Wir hatten den Eindruck, das Land habe sich positiv weiter entwickelt. In den Banken, Supermärkten aber auch im sonstigen Dienstleistungsbereich haben Farbige auch Arbeitsplätze eingenommen, die früher Weißen vorbehalten waren. Und in weiten Teilen haben in den nach wie vor bestehenden Vierteln der Farbigen feste Häuser die früher elendig zusammengeschusterten Hütten aus Blech und Pappkartons abgelöst. Und was uns am meisten gefreut hat, wir haben in viele freundliche, lächelnde schwarze Gesichter geschaut, die eine insgesamt sehr optimistische Stimmung widergespiegelt haben. Ich denke, Südafrika ist auf dem richtigen Weg, auch wenn es noch viel in diesem Land zu tun gibt. Nach vier Wochen Aufenthalt, bei dem wir das Leben der Südafrikaner hautnah erleben durften machten wir uns mit vielfältigen Eindrücken auf den Weg zurück nach Europa. Eindrücke, die weit über das hinausgehen, was man ansonsten als Pauschaltourist von einem solchen wunderschönen Land mit bekommt.
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Bildergalerien Südafrika 2010 |
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