Mit dem Wohnmobil nach Südfrankreich 2017

 Ein kurzer Blick zurück


Ja, wir sind noch einmal zu Wiederholungstätern geworden. Nachdem uns unsere letztjährige Frankreichtour so gut gefallen hatte, war nach einem ganzen Jahr der Reiseenthaltsamkeit noch einmal Südfrankreich an der Reihe.

Leider war unser Wohnmobil vom letzten Jahr im geplanten Zeitraum Ende April bereits vermietet. Dafür bekamen wir ein fabrikneues Fahrzeug von unserem Vermieter Merken Mobile  in Oberwinter, ein Chausson Flash 628 zur Verfügung gestellt, das von der Größe, der Ausstattung und Aufteilung her ebenfalls unseren Vorstellungen entsprach. Nach ein paar Tagen hatten wir uns auch in dieses neue Modell eingewöhnt.


Unser Zuhause für die kommenden zwei Wochen

Los ging es am 27. April bei durchwachsenem Wetter über Luxemburg nach Langres. In Langres hatten wir unseren ersten Stopp eingeplant, nachdem wir bei früheren Reisen diese wunderschöne und interessante Stadt (sie gehört zu den 50 schönsten Städten Frankreichs) immer nur aus der Ferne im Vorbeifahren bewundert hatten. Der Regen hatte aufgehört aber es war frisch und sehr windig. Der Campingplatz Navarre in wohltuender Stadtnähe sollte für die nächsten beiden Tage unser Zuhause sein. Einfach zu finden ist dieser Platz nicht, denn die Beschilderung ist spärlich und versteckt. Die Abwicklung ist unbürokratisch. Man fährt auf den offenen, nicht parzellierten Platz. Um 17.30 Uhr öffnet ein sehr zuvorkommender junger Mann, der mehrere Sprachen spricht seine Rezeption und man lässt sich registrieren. Man bekommt einen Code für das Sanitärgebäude und den Zugangscode für das WLAN, das allerdings nur in unmittelbarer Nähe zum Rezeptionsgebäude hinreichend funktioniert. Die sanitären Anlagen sind ordentlich und sauber. Der Preis für die Übernachtung (2 Personen, Wohnmobil und Strom war mit 15,40 €) war der günstigste auf unserer Reise.

Am nächsten Morgen führte uns unser kleiner Rundgang über den Wochenmarkt durch die wunderschöne Altstadt mit ihrem sehenswerten, alten Gebäudebestand. Besonders sehenswert ist die Kathedrale aus dem 11./12. Jahrhundert. Auf dem Rückweg deckten wir uns auf dem Markt mit dem für Langres bekannten Käse und luftgetrockneter Salami eindeckten. Allerdings ließen uns die niedrigen Temperaturen und der kalte Wind nicht länger draußen verweilen, als unbedingt nötig war.

Die Kathedrale in Langres

Nach Langres hatten wir eigentlich Vichy als nächstes Etappenziel gepklant, das wir nach einem halben Fahrtag über wenig befahrene Landstraßen erreichten. Die bereits bei der Reiseplanung ins Auge gefassten Campingplätze lagen zwar schön am Wasser, allerdings eng und dicht an dicht zusammengepfercht. Schon die sehr enge Zufahrt dorthin, die nur einem Fahrzeug Raum bot, ließen uns nichts Gutes erahnen und so quälten und schlängelten wir uns wieder auf die Hauptstraße und fuhren weiter. Nachdem wir uns durch den beginnenden Feierabendverkehr von Clermont-Ferrand geschlängelt hatten, fuhren wir auf der mautfreien Autobahn A 75 weiter Richtung Süden bis Issoire. Hier steuerten wir den städtischen Campingplatz La Mas an, wo wir ebenfalls sehr freundlich und zuvorkommend empfangen wurden. Auch dieser sehr großzügig gestaltete und äußerst gepflegte Platz liegt direkt am Wasser. Das Wetter hatte sich gebessert und wir konnten zum ersten Mal draußen in der Sonne unseren Sundowner am Abend genießen. Die wenigen Camper verteilten sich großräumig über den ganzen Platz.  Mit 20,70 € war der Preis ebenfalls vergleichsweise moderat.


Erster Sonnengenuss in Issoire

Am nächsten Morgen nach dem Frühstück sollte es weiter gehen zu unserem nächsten Etappenziel Millau.

Die Fahrt auf der A 75 durch die beeindruckende Vulkanlandschaft der Auvergne war begleitet von kräftigen Windböen. In der Ferne grüßten uns die teilweise noch schneebedeckten Vulkankegel der Puys. Dort oben jedenfalls schien der Winter noch nicht ganz vorbei. Kurz vor Millau schraubt sich die A 75 hinauf auf über 1000 m über NN. In der Hoffnung, dass der kräftige, böige Wind sich in der Talsenke von Millau etwas legen würde, ließen wir das Mobil kurz vor der berühmten Hängebrücke von Millau hinunter ins Tal rollen. Dort steuerten wir den belebten Campinglatz  Des deux Rivieres an und fanden unter einem großen Baum auch einen schönen Stellplatz in unmittelbarer Nähe des Flusses Tarn. Die Formalitäten waren rasch erledigt und so genossen wir zunächst die entspannte Ruhe an unserem Etappenziel. Gegen Abend jedoch nahm der Wind erneut zu und steigerte sich zu einem heftigen Sturm. Nun bekamen wir doch langsam Zweifel, ob die Wahl des Stellplatzes unter einem so alten Baum so ganz richtig war. Der Sturm gipfelte wenig später in ein kräftiges Gewitter, der den Regen, abgerissene Blätter und kleinere, abgebrochene  Äste waagrecht über den Platz trieb. Gott sei Dank, nach einer guten halben Stunde war der Spuk vorbei und der heftige Gewitterregen ging in einen sanften Landregen über, der uns dann im Laufe der Nacht auch in den Schlaf trommelte.

 


Millau

Am nächsten Tag brachen wir nach einem kleinen Frühstück auf zu unserer letzten Etappe ans Mittelmeer, das von hier nur noch ca. 130 km südlich vor uns lag. Mühsam schleppte sich unser Mobil über die Serpentinen hinauf auf wieder über 1000 m zur A 75. Hier sprang dann auch das erste Mal der Glatteiswarner unseres Fahrzeugs an und erinnerte uns daran, dass hier oben der Winter wohl doch noch nicht ganz vorbei zu sein schien. Den Gipfel der A 75 erreichten wir, als ein kleines Schild die Höhenangabe mit 1.145 m über NN am Rand der Autobahn auswies. Von da an ging es aber bald abwärts durch die atemberaubende Felsenlandschaft des Herault und der Cevennen. Je näher wir dem Mittelmeer kamen, desto schöner wurde das Wetter und je weiter wir zu Tal fuhren, umso höher kletterte das Thermometer. Nach dem Abstieg aus den Cevennen riss auch der Himmel auf und zeigte sich in dem von uns so lange ersehnten Blau. In der Tat erschienen an diesem Tag die Berge der Cevennen wie im Reiseführer beschrieben als Wetterscheide zwischen dem milden Mittelmeerklima und dem rauen Klima des französischen Zentralmassivs.

Am 1. Mai gegen 11.00 Uhr erreichten wir das Endziel unserer diesjährigen Reise, den 5 * Campingplatz Tamaris in Frontignan-Plage, der uns bereits vom letzten Jahr bis in alle Einzelheiten vertraut war. Hier also waren wir von der ersten Minute unserer Ankunft an zuhause, der Erholungsurlaub konnte beginnen. Hier genossen wir den kilometerlangen Sandstrand, die üppge Mittelmeersonne, das Meer und das landschaftlich wie kulturell sehr reizvolle Hinterland.

Der fast menschenleere Strand Sonne und blaues Meer

 Die phantastische Tierwelt der kleinen Camargue
Flamingos im Formationsflug mit Möve als Flugbegleiterin Camarguepferd mit Reiher


Beschauliche Plätzchen im Hinterland
 

Nach einer Woche hieß es wieder Abschied nehmen von diesem, in unseren Augen herrlichen Plätzchen Erde.

Für die Rückreise hatten wir drei Übernachtungen auf den uns von der Hinreise her bereits bekannten Plätzen eingeplant. Alles lief problemlos und stressfrei. Ein Dank auch an dieser Stelle an Petrus, der es sich auf unserer Rückreise verkniffen hat, all seine Register wie auf der Hinreise mit Ausnahme von Schneefall zu ziehen.

Wir werden uns noch lange an diese schöne und erholsame Reise erinnern.

Bildergalerie Frankreich 2017

Unsere Reisedaten Frankreich 2107

 


Die Route

Dauer: 15 Tage
Gefahrene Kilometer: 2.650 km
Verbrauch: 298 l / Diesel
Spritkosten: 362,17 €
Mautgebühren: 12 € (Brücke von Millau)
Etappen:
Wehr - Langres                                 415 km
Langres - Issoire                               392 km
Issoire - Millau                                  200 km
Millau - Frontignan- Plage                126 km
Wehr  - Frontignan-Plage gesamt:  1.133 km